Latein ist Grundlage für das Verständnis der eigenen Muttersprache

Der Lateinunterricht unterscheidet sich vor allem in einem Punkt grundlegend vom Unterricht in den modernen Fremdsprachen:
Während diese die Kommunikation in der Fremdsprache, also eine aktive Sprechkompetenz, zum Ziel haben, steht in Latein das Übersetzen der Originaltexte ins Deutsche im Vordergrund.

Gerade diese Tätigkeit stärkt und vertieft viele Kompetenzen hinsichtlich der deutschen Muttersprache:

So werden unsere Schülerinnen und Schüler in der Begegnung mit lateinischen Ursprungswörtern zu regelrechten „Sprachdetektiven“ (ein Detektiv ist jemand, der etwas „aufdeckt“, von „detegere“ = „aufdecken“). Sie lernen, weshalb es kein Widerspruch ist, wenn  die lat. Vokabel „remedium“ auf Deutsch „Heilmittel“, aber auch „Gift“ bedeutet, und erfahren, was „Alete“ mit den „Eltern“ zu tun hat (nämlich das lateinische Ursprungswort „alere“ = „großziehen“).

Unseren Schülerinnen und Schüler machen solche Aha-Erlebnisse Spaß. Sie erweitern nicht nur ihren sprachlichen, sondern auch ihren gedanklichen  Horizont, wenn sie z.B. erfahren, dass etwas „peinlich“ ist, das poena = Strafe verdient, und dass wir „quitt“ sind, wenn wir „quieti“ = „ruhig“ miteinander sind; oder wenn sie erfahren, dass fast alle Tagesbezeichnungen auf die Römer zurückgehen; und alle Monatsnamen: Der Juli auf Iulius Caesar, der August auf Kaiser Augustus; und warum der Dezember der 12. Monat ist, obwohl doch „decem“ „zehn“ heißt (siehe „Dezimalsystem“).  Im Lateinunterricht am Carolinum werden diese Geheimnisse gelüftet.

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