Latein bildet

Die lateinische Sprache und mit ihr zusammen die römische und griechische Kultur bilden die geistige Grundlage Europas. 

Lateinische Originaltexte sind daher die beste Möglichkeit, sich auf der Suche nach der geistig-kulturellen Identität des Abendlandes unmittelbar mit den Gedanken, Ideen und kulturellen Errungenschaften der lateinischen Antike zu beschäftigen.

Klassiker wie Cicero und Ovid, Vergil und Seneca haben dafür mit ihren Werken den Grundstein gelegt. Schriftsteller und bildende Künstler, aber auch Philosophen und Staatsmänner  haben sich zu allen Zeiten – bis heute – an diesen „Vorlagen“ orientiert, sich von ihnen inspirieren lassen, sie kritisch hinterfragt und ihre Motive und Gedanken weiterentwickelt.

So ist zum Beispiel eine ernsthafte Annäherung an die Grundlagen des modernen Verständnisses von Bürgertum, Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und idealer Staatsführung ohne die Auseinandersetzung mit den qualitätvollen Texten der lateinischen Literatur nicht möglich.

Die immense Bedeutung der geistigen Grundlagen zeigt sich auch in der Dominanz der Sprache. Latein war bis ins 18. Jh. die Sprache der Wissenschaft, und es war die Sprache der Kirche. Deshalb stößt man noch heute überall in Europa – und auch außerhalb – in Kirchen und Schlössern, in Museen und auf Bauinschriften auf Lateinisches.

Latein gilt auch als Schlüsselsprache des römischen Rechts, das das Fundament aller modernen europäischen Rechtsordnungen darstellt. Noch heute werden die wichtigsten Rechtsregeln lateinisch zitiert (z.B. „in dubio pro reo“ = „im Zweifel für den Angeklagten“). Auch die Terminologien der Naturwissenschaften und der Medizin sind stark lateinisch geprägt.

Dieses grandiose Erbe gilt es weiterhin zu pflegen und zu bewahren – gerade auch am Carolinum, das mit Stolz auf eine fast 500-jährige Lateintradition zurückblicken kann.

Doch die intensive Beschäftigung mit Latein an der Schule bietet nicht nur ideelle, sondern auch ganz praktische Vorteile:

Das Latinum stellt an vielen Universitäten und Hochschulen eine unabdingbare Voraussetzung für das Studium bestimmter Fächer dar. Dazu gehören (natürlich neben Latein und Griechisch) zum Beispiel die romanischen Sprachen (Französisch, Spanisch und Italienisch),  Geschichte, Theologie, Philosophie und Kunstgeschichte.

Genaue Auskunft über die Sprachanforderungen in den einzelnen Fachrichtungen geben die zentralen Studienberatungsstellen der Universitäten.

Der nachträgliche Erwerb des Latinums im Rahmen universitärer Sprachkurse im Umfang von in der Regel zwei Semestern  mit etwa vier Stunden Intensivunterricht pro Woche, die zusätzlich zu den Pflichtveranstaltungen zu belegen sind, ist zwar an vielen Hochschulen möglich.

Es ist aber nicht nur anstrengend, Latein an der Universität nachzulernen,  sondern kostet auch wertvolle Studienzeit, was letztlich zu einer nicht unerheblichen Verlängerung der Studiendauer und folglich einer Erhöhung der Ausbildungskosten führen kann.

An der Schule hingegen kann das Latinum allein durch den Besuch des Unterrichtsohne zusätzliche Prüfung – erworben werden.

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