Studienfahrt der Q12 nach Berlin vom 23.10.-28.10.21

Zu unserer großen Überraschung und noch größerer Freude wurde Mitte 2021 unserem Jahrgang verkündet, wir würden trotz der Corona-Pandemie doch noch eine Abifahrtunternehmen. Zwar nicht nach Rom, aber immerhin sollte die ausgefallene Berlinfahrt nachgeholt werden. Die Zeit verging schneller als gedacht und am 23.10.21 standen wir am Bahnhof in Wicklesgreuth … um vier Uhr in der Früh. Denn die Verbindung von Ansbach nach Nürnberg war wegen Gleisarbeiten kurzfristig unterbrochen worden. Und so versammelte sich ein Haufen Zwölftklässer im Halbschlaf, mit Ringen unter den Augen und trotzdem mit viel Vorfreude auf die kommenden Tage in jenem kleinen Städtchen am Bahnhof. Rasch kamen wir am Nürnberger Hauptbahnhof an, an dem wir die personifizierten Überreste des vorigen Nachtlebens kennenlernen durften. Einmal schnell durchgetestet und weiter gings für uns in die Hauptstadt. Ehe wir’s uns versahen standen wir im Berliner Hauptbahnhof und bewunderten das hogwartsartige Geflecht aus Stufen und Rolltreppen. Die Jugendherberge war auch schnell zu Fuß erreicht und der eine oder die andere wollte sich nun schon zur Ruhe legen. Doch nichts da!

„Weiter geht es! Unser Programm wartet nicht!“, riefen uns Herr Karlas, Herr Fätkenheuer, Frau Bindrum und Frau Argmann zu. So ging es also direkt weiter in ausgewählte Museen. Schnell bekamen wir spannenden und vielfältigen Input. Gegen die Müdigkeit schien dieser jedoch wenig zu helfen, denn nachdem wir wieder in der Herberge ankamen, uns rasch herausputzten und kurz darauf in der Oper saßen, fielen dem einen oder anderen glatt die Augen zu.

Nun endlich frisch und ausgeschlafen wartete am nächsten Morgen wiederum ein volles Programm auf uns. Museen, Sightseeing und vieeeel geschichtlicher Hintergrund zu allem,was uns in Berlin vor die Nase kam, wurde uns von Herr Karlas geboten, oftmals mit Ergänzungen von Herrn Fätkenheuer. Zudem abendliche Rundgänge, Theater- oder Konzertbesuche. Besonders hervorzuheben ist diesbezügliche eine grandiose Aufführung von Schillers „Maria Stuart“ im Deutschen Theater.

Danach blieben uns manchmal noch einige Stunden, bis um zwölf Uhr jeder in der Herberge sein musste, und so konnten wir, die Luft des Nachtlebens, der pulsierenden Hauptstadt unserer Republik schnuppern und das tun, was man als Abiturient oder Abiturientin nun mal abends gerne macht. Viele schöne Erfahrungen nahmen wir mit. Viele davon auch ganz praktischer Natur. Zum Beispiel lernten wir, uns in einer Großstadt zurechtzufinden oder auch richtiges Verhalten auf kulturellen Veranstaltungen, wie einem Konzert in der Philharmonie, an den Tag zu legen. Auch die imposanten Kunstwerke in der Gemäldegalerie, die interessanten Exponate im Jüdischen Museum sowie die bedrückenden und lehrreichen Geschichten, die wir im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen hörten, ermöglichten uns neue Einblicke in vielfältigen Bereichen. Viel zu schnell verging die Woche in Berlin und wir kamen am Donnerstag so in Ansbach an, wie wir losgefahren waren, nämlich sehr müde …. aber glücklich und innerlich reicher, wenn auch finanziell wahrscheinlich eher nicht.

Frau Bindrum, Frau Argmann, Herr Fätkenheuer und Herr Karlas waren uns tolle und lehrreiche Begleiter und wir wagen zu behaupten, auch ein toller, (eigen-)artiger und interessierter Jahrgang gewesen zu sein. Die Studienfahrt nach Berlin war jedenfalls eine Zeit, an die wir uns stets alle mit Wehmut, aber auch einem Lächeln auf dem Gesicht erinnern werden. (Oskar Poepel, Q 12)